Mein Leben als Fahrradkurier

Seit knapp einen Monat bin ich nun schon Fahrradkurier für einen jungen, pinken Lieferdienst. Ich hole in Restaurants, die keinen eigenen Lieferdienst haben, Essen ab und bringe es dann per Rad zum Kunden. Dass das nicht immer leicht sein wird, habe ich schon bei meiner allerersten Schicht erfahren müssen.

Irgendwann Anfang Januar, 17:30 Uhr: ich möchte mit meinem Rad Richtung „Check-In“-Area in die Innenstadt fahren. Ein ungeheures Schneegestöber beginnt. In der City angekommen ist der Schneesturm zwar vorbei, ich allerdings vollkommen durchnässt und erfroren. Am liebsten hätte ich zu diesem Zeitpunkt sofort wieder gekündigt. Gleich am ersten Tag bekomme ich jedoch schon eine Bestellung nach der anderen rein und habe gar keine Zeit über die Kälte und Nässe nachzudenken. Die Zeit vergeht wie im Flug und schon ist die erste Schicht gelaufen. Hungrig und erschöpft suchte ich erstmal eine berühmte Fastfood-Kette auf und bestellte mir ein großes Menü. Die erste Schicht ist überlebt und ich stelle fest: das fühlt sich gut an. Die Jahreszeit macht einem den Einstieg zwar nicht gerade leicht, aber Spaß macht es allemal.

In einem Steakhouse habe ich von einem Kellner, der mich aufgrund der Wetterlage recht mitleidend angesehen hat, sogar einen Haselnusswodka ausgeschenkt bekommen. Den besten und einzigen Haselnusswodka, den ich je getrunken habe. Scheiß auf Job ist Job und Schnaps ist Schnaps. Bei der Kälte ist ein kleiner Shot genau das Richtige.

So oder so lerne ich bei jeder Schicht viele neue Leute kennen, sei es andere Fahrradkuriere, Restaurantmitarbeiter oder Kunden, die ich beliefere. Über kurz oder lang wird dieser Job auch zur Kündigung meines Fitnessstudiovertrags führen, schließlich treibe ich nun mindestens dreimal die Woche intensiven Ausdauersport. Nach jeder Schicht komme ich relativ ausgepowert, aber glücklich Zuhause an und falle zufrieden ins Bett.

Was ich in den einzelnen Schichten so erlebe, könnt ihr demnächst an dieser Stelle in ausführlicher Länge lesen. Bis dahin: denkt dran, euren Lieferanten immer ein kleines Trinkgeld zu geben. Hehe!